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Biografie

Biografie

Wo und wie fange ich an?…

Ich glaube, für einen Bühnenmenschen ist es nicht immer einfach sich selbst zu beschreiben. Wie finde ich die gesunde Mitte, wie vermeide ich Übertreibungen, was ist wirklich interessant und wichtig und nicht einfach nur Selbstbeweihräucherung? Die Grenzen verschwimmen da manchmal sehr schnell in sich und sind auch nicht immer klar zu definieren, je nach dem, wer gerade auf eben jene Grenzen schaut. 

Ich werde nicht versprechen, dass ich alles aufzählen werde, ich gänzlich neutral und sachlich bleibe, denn ich finde schon gut, was ich bisher erreicht habe. Wie gut, das darf jeder für sich selbst entscheiden. 

Die Anfänge…  

Neben Schultheatergruppe, Schulchor und Musikgruppe galt meine Leidenschaft schon früh zwei Dingen: Das Singen und Spielen! Nach etlichen Umzügen wurde unsere Familie Anfang der Achtziger in der Nähe von Schleswig sesshaft.  Zum Glück hatte die Stadt zu der Zeit noch eine sehr gut entwickelte Kulturszene, die uns Jugendlichen zugute kam und sehr stark prägte.  In der Theatergruppe spielten wir „Das Tagebuch der Anne Frank“, und nach der Schule spielten wir Folk-Songs

Playing Clowns im Zug der Schützengilde
Playing Clowns Live 1987 in der VHS Schleswig

und Protestlieder. Und so entstand ca. 1986 mit Benjamin Rekow, Christiane Belter, Jens Nielsen und mir die erste Formation The Playing Clowns. Das Geheimnis lag im mehrstimmigen Gesang und den unterschiedlichen Gitarrensounds.  Höhepunkt war für uns, dass wir damals die VHS in Schleswig bis zum Anschlag voll bekommen haben. Was bis dahin nur Träumerei war, manifestierte sich als fester Entschluss…

… ich muss auf die Bühne!

Erste Banderfahrungen in Hamburg (1987)

Neben meiner Ausbildung am UKE in Hamburg fand ich durch Zufall eine Band ohne Namen und auf der Suche nach einem Sänger.  So ergab es sich, dass ich als Gitarrist und Sänger, neben Hans Bauer auch Songs schreiben durfte, merkte aber auch sehr schnell, dass englische Texte nicht meine Welt waren. Also schrieb Hans meist in englisch und ich in deutsch. Drei Gitarren, Bass, Schlagzeug, ein Sänger und eine Sängerin … The Commonsense war geboren.

The Commonsense live 1988

Neben den gängigen Rock-Covers spielten wir eigene Songs und hatten die gesunde Mischung, die das Publikum ansprach und begeisterte. Mit dem Erfolg wuchsen aber auch die Egos bei Hans und mir… so ging die Reise nach drei Jahren für uns in unterschiedliche Richtungen weiter.

Matrixx - F. Lea, R. Klauke, M. Moderegger, J. Sparbier, H.

Matrixx: v.l.n.r: Falk Lea, Rene Klauke, Malte Moderegger, Jens Sparbier, Heiko Spieker

Erst „Spieker“ … dann Matrixx (1995 - 2002)

Nach der ersten Banderfahrung habe ich mich mit kleinen Solo Projekten beschäftigt. Auch mehr durch Zufall fand ich wieder neue Musiker, die Lust auf neue, nicht alltägliche Musik hatten. So entstand „Spieker“, meine erste, reine Deutschrock Band.
Nach und nach wechselten Musiker und der Bandname in
Matrixx, was der Band nur gut tat. Gerade durch Malte und später durch Falk Lea bekam die Band ein Potential, dass Plattenfirmen aufmerksam wurden. Im Endeffekt haben wir unser erstes Album … und los!

selbst produziert. Musikalisch auf dem Höhenflug mussten wir uns entscheiden, in welchem Umfang wir weitermachen.

Matrixx Live

Die Band hatte nicht die Absicht, ihr sicheres Leben für ein unsicheres Musikerdasein aufs Spiel zu setzen, was im Endeffekt dazu führte, dass wir weniger Gigs spielten, das zweite Album nicht realisiert wurde und 2002 sich die Band endgültig auflöste.

A.P. SOZO supports Alan Parsons

Gemeinsame Produktion und Abschied von Hamburg (2006)

Malte hatte sich nach dem Ende von Matrixx bereits ein kleines Studio eingerichtet. Er tat einen christlichen Künstler, A.P. SOZO auf, der ihm Songs nur mit seiner Gitarre vorspielte. Ich hatte das Glück, zusammen mit Malte, ein krachendes Rockalbum mit dem Namen waiting produzieren zu dürfen. Dabei war auch 

eine meiner Aufgaben, dass ich mich um die Gesangs-Arrangements und zweiten Stimmen kümmerte, die ich zum Teil auch eingesungen habe. Nach diversen Auftritten gelang es schliesslich A.P. SOZO als Support bei der Alan Parsons Live Project Tour 2004 unterzubringen. Das Publikum reagierte positiv auf die Musik, vielleicht auch, weil es nicht wie typische christliche Rockmusik klang und auch englischsprachig war.
Eine zweite Produktion mit einer deutschen Band wurde wegen Meinungsverschiedenheiten nicht vollendet. Da auch zwischen Malte und mir Spannungen wuchsen, beendeten wir die Zusammenarbeit. Ich zog mich musikalisch zurück und wendete mich meiner zweiten Leidenschaft zu, dem Theater. So kam ich ein halbes Jahr bei der Lohbrügger Bürgerbühne unter, bevor ich dann Hamburg verließ.

Neuanfang in Schwerin (2014)

Nach meinem Umzug nach Schwerin nahm ich mir eine längere Auszeit. Eigentlich wollte ich mit dem Thema „Bühne“ abschliessen und nur noch so für mich Gitarre spielen und Songs schreiben. Klar, dass so etwas nicht lange funktioniert. Also schloss ich mich der inclusiven Theatergruppe die freiräumer unter der Leitung von Nadin Lipp an, wo ich später dann auch zeitweilig auch die Co-Leitung 

Pressespiegel Dialoge Festival 2015
Tosca - Schlossfestspiele 2018

hatte. Nadin war es dann auch, die mir 2014 und 2015 die Möglichkeit eröffnete, beim Inclusiven Landestheaterfestival der Dialoge Workshops anzubieten. Auch die freiräumer traten dort auf. Zusätzlich versuchte ich als Statist und Kleindarsteller beim Staatstheater zu landen. Ich bekam auch die Möglichkeit zur Vorweihnachtszeit 2014 ein Kindermusical, mit 

dem Kinderchor der Singakademie Schwerin zu inszenieren. Die musikalische Leitung hatte Ulrich Barthel, ich war für die Spielszenen bei dem Stück Kwela, Kwela! zuständig. Das Stück war sehr erfolgreich! Um in Sachen Schauspiel mehr Fuss zu fassen, nahm ich mehrere Statisten- und Kleindarstellerrollen in einigen Serien und Filmen an. Auch wenn in einigen Rollen auch Text vorkam, so blieb der Sprung auf die nächste Ebene aus. 

Soko Wismar
Seen Studio Seehof

Umzug nach Seehof und  Seen Studio Seehof (2016)

Nach dem Umzug nach Seehof habe ich mein eigenes Studio gebaut, um wieder Aufnahmen zu machen und zu produzieren. Dieses Mal nicht nur eigene, für mich, sondern auch für andere. Dazu gehören zum Beispiel  Gesangsaufnahmen mit diversen Künstlern, wie zum Beispiel mit Deena Unverzargt aus Hamburg.

The next Step - Piraten! (2019)

Im Mai 2019 ergab sich die Möglichkeit als Darsteller beim Piraten Open Air Action Theater in  Grevesmühlen mitzuspielen. Mit dem Wegfall von Squeezebox Teddy durfte ich auch den ersten Song beisteuern. Gegen Ende des Jahres wurde ich dann Ensemble Mitglied der Mecklenburger Bühne unter der Leitung von Ray Kupper.

Piraten Open Air Theater
Carina Wündsch im Seen Studio Seehof

Ein holpriger Start ins Jahr (2020)

Am Anfang lief noch alles gut. Wir spielten ein paar „Action-Crime-Dinner“ mit Ray Kuppers Mecklenburger Bühne, Ich bekam den Auftrag für drei neue Songs beim Piraten Open Air Theater und hatte dazu auch noch eine grössere Rolle ergattern können. Alles lief erst einmal in geordneten Bahnen.
Auch die Studioarbeiten gingen weiter. So hatte ich das Glück, dass die Musical Darstellerin und Schauspielerin
Carina Wündsch bei mir ein paar Songs einsang.  
… und dann kam Corona! Sämtliche außerhäuslichen Veranstaltungen waren erst einmal verschoben oder abgesagt. 

Anfang April konnte noch niemand sagen, wie es weitergehen sollte. Das Piraten Open Air wusste noch nicht, ob diese Saison überhaupt gespielt werden konnte. Um so passender war der Zeitpunkt um sich wieder der eigenen Musik zu widmen und alte Bande neu zu knüpfen. Malte Moderegger, inzwischen ein relativ erfolgreicher Studiogitarrist, Arrangeur und Produzent und ich planten eine neue Zusammenarbeit.
Ausserdem brachte die Situation eine ganz neue Form der Solidarität und des Zusammenhalts zum Vorschein.

Teile des POA Ensemble auf der Reisemesse Hamburg Anfang Februar
Malte Moderegger - MMP Studio

Eine Impro-Theatergruppe aus Innsbruck hob die Kultur Quarantäne aus der Taufe. Mit dem Motto: „Wir sind Kultur und wir sind viele“ brachte die Gruppe, erst über Facebook , später über weitere Kanäle per Streaming, Musiker, Autoren, Schauspieler und Kleinkünstler live aus deren Wohnzimmer in die Wohnzimmer der Kunstbegeisterten. Die Idee wurde kurze Zeit später von vielen Künstlern aufgegriffen und auf eigenen Kanälen publiziert. Mir gefiel die Ursprungsidee so gut, dass ich von Beginn an ein Teil von ihr wurde und selbst kleine Konzerte aus meinem Studio live streamte.